DER MODERATOR
Fernsehpastor Jan Dieckmann moderiert Tacheles. Er spricht im Interview über die Integration, bewegende Momente bei Tacheles und der Frage nach welchen Werten wir leben wollen.
Aktuelle Sendung
Wirtschaft und Werte: Kann denn Wachstum Sünde sein?
Marktkirche:
19.6.2012, 19 Uhr
Phoenix:
24.6.2012 13.00 Uhr
24.6.2012 00.00 Uhr
MIT:
> Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Huber, Ehemals Bischof und Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland
> Mario Ohoven,
Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft
> Jutta Sundermann,
Attac Deutschland
> Prof. Dr. Utz Claassen,
Unternehmer
WER TACHELES TRÄGT
Evangelische Kirche in Deutschland Ev.-luth. Landeskirche Hannovers
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MITREDEN
Bundeswehr in Afghanistan: Krieg für einen gerechten Frieden?
Tacheles im TV
tacheles im radio
Pro & Contra
Frieden schaffen mit verstärktem Militäreinsatz in Afghanistan?
Pro: "Sicherheit kann man nur mit mehr Militär schaffen" fordert Prof. Dr. Wolffsohn der Universität der Bundeswehr. mehr dazu
Contra: "Der Frieden wird nur zivil gewonnen" meint der evangelische Militärbischof Dr. Dutzmann. mehr dazu

Junge Muslime in Deutschland

„Bildung ist kein Verbrechen“

Warum junge Muslime häufiger in der Schule scheitern und häufiger arbeitslos sind, darüber ist bei Tacheles online eine Debatte entbrannt. Wer sich integrieren wolle, müsse sich bekehren lassen, schreibt einer bitter. Rabih Boulos kritisiert die Intoleranz gegenüber Muslimen und appelliert zugleich an muslimische Altersgenossen, sich mehr anzustrengen: „Bildung ist kein Verbrechen.“

Ja, die Integration sei gescheitert, beantwortet ein Gast des Tacheles-Onlineforums die Frage der nächsten Sendung. Er stamme aus der libanesischen Metropole Beirut. Sein Vater sei Lehrer gewesen, hierzulande wurden weder sein Studium noch sein Führerschein anerkannt, nun arbeite er als Hausmeister. Er selber habe sich von seinem muslimischen Glauben abgewandt und zieht das bittere Fazit: „Wer sich hier als Ausländer richtig ‚integrieren’ will, muss sich bekehren lassen, ganz einfach.“

Dem widerspricht ein anderer Forumsbesucher, der sich „gospelfan“ nennt:  „Ich bin nicht der Meinung das Muslime in diesem Land generell schlechter Chancen haben.“ Wichtig sei, einen religiösen Absolutheitsanspruch aufzugeben.

Abu Sar sieht Nachholbedarf in Deutschland. „Ich habe in London sogar Polizistinnen mit Kopftuch gesehen. In New York bekommen die meisten muslimischen Arbeiter - selbst in Manhattan - freitagmittags zu Ihrem Freitagsgebet 2 Stunden frei, arbeiten dementsprechend nach...“ Auch die deutsche Gesellschaft sei gefragt, Muslimen mehr Raum zu geben.

In die Diskussion schaltet sich auch Rabih Boulos ein, muslimischer Bundeswehrsoldat und Gast der Tacheles-Debatte zu Afghanistan. Er sagt: „Die Religion kann nicht schuld sein, dass junge Ausländer sich nicht integrieren wollen.“ Medienklischees vom bösen Moslem und weit verbreitete Intoleranz behinderten eine Integration. „Jahrelang hat es niemanden interessiert, was die Muslime sagen oder tun. Jetzt auf einmal ist man verärgert darüber, warum diese Leute nicht integriert sind?“ An kriminelle Ausländer bzw. Muslime in Deutschland appelliert Rabih Boulous: „Bildung ist kein Verbrechen. Hört auf, den Ruf der anständigen Ausländer in den Dreck zu ziehen.“