DER MODERATOR
Fernsehpastor Jan Dieckmann moderiert Tacheles. Er spricht im Interview über die Integration, bewegende Momente bei Tacheles und der Frage nach welchen Werten wir leben wollen.
Aktuelle Sendung
Wirtschaft und Werte: Kann denn Wachstum Sünde sein?
Marktkirche:
19.6.2012, 19 Uhr
Phoenix:
24.6.2012 13.00 Uhr
24.6.2012 00.00 Uhr
MIT:
> Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Huber, Ehemals Bischof und Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland
> Mario Ohoven,
Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft
> Jutta Sundermann,
Attac Deutschland
> Prof. Dr. Utz Claassen,
Unternehmer
WER TACHELES TRÄGT
Evangelische Kirche in Deutschland Ev.-luth. Landeskirche Hannovers
Klosterkammer Hannover Evangelische Kirche im NDR
Medienpartner
Mitreden
Angst vor Anschlägen: Mit dem Islam gegen den Terror?
Tacheles im TV
tacheles im radio
Pro & Contra
Mit aller Härte gegen den Terror?
PRO: "Wir brauchen eine nationale Anti-Terror-Strategie" meint der niedrsächsische Innenminister Uwe Schünemann (CDU). >mehr dazu
CONTRA: "Muslime nicht unter Generalverdacht stellen" mahnt der Braunschweiger Landesbischof Friedrich Weber. >mehr dazu

Das Thema und die Gäste

Furcht vor Anschlägen:
Mit dem Islam gegen den Terror?

Tödliche Angriffe auf Nahverkehrszüge in London und Madrid schreckten die europäische Öffentlichkeit auf. Neue Terrorszenarien bis zu einem möglichen Anschlag auf den Reichstag in Berlin zeigen: Es gibt kein ruhiges Hinterland. Die Angst vor dem Terror ist international verbreitet. Die Täter der jüngsten Anschläge verstehen sich als islamische Gotteskrieger. Dagegen geißeln friedliebende Muslime den Terror als einen tragischen Missbrauch ihres Glaubens. Inwieweit sind Religionen Brandsätze des Hasses? Wie lässt sich dem Terror begenen? Darüber diskutierte der Braunschweiger Landesbischof Prof. Dr. Friedrich Weber mit weiteren Gästen.

Bischof Weber fordert, aus unterschiedlichem Glauben heraus Fanatismus zu bekämpfen.

Bischof Weber fordert Allianz des Friedens

„Gegen die Allianzen des Terrors und des Fanatismus brauchen wir eine Allianz von Menschen, die für Frieden und Gerechtigkeit eintreten“, sagt der Braunschweiger Landesbischof Friedrich Weber. “Diese Allianz darf nicht nur auf das Christentum beschränkt sein, sondern muss die Gläubigen und Frommen im Islam und im Judentum ebenfalls einladen und mit einbeziehen. Die gemeinsame Tradition von Judentum, Christentum und Islam ist so reich, dass es möglich sein muss, eine Allianz zu gründen, die die Verschiedenheit der Religionen nicht verleugnet, und dennoch Perspektiven des Miteinanders ermöglicht.“

Avi Primor, ehemals Botschafter Israels in Deutschland, fordert einen neuen Welt-Marshallplan.

Avi Primor: Nahostkonflikt ist Nährboden des Terrors

Avi Primor ist Direktor des Zentrums für Europäische Studien an der privaten Universität IDC Herzliya, Israel, zuvor war er Botschafter des Staates Israel in der Bundesrepublik Deutschland. Als Israeli kennt er einen Alltag im Schatten des Terrors. Seit dem 11. September 2001 aber sei der Terror zum globalen Problem geworden. Avi Primor hält den Nahostkonflikt für einen wesentlichen Nährboden des internationalen Terrors. Viele Muslime fühlten sich gedemütigt. Es sei Zeit für einen Welt-Marshallplan. Würden die reichsten Länder der Welt nur ein Prozent ihres Reichtums abgeben, könnte man mit rund zwei Billionen die Armut in islamisch geprägten Ländern eindämmen, um dem Terror wirksam zu begegnen. „Dann wird man gemeinsam mit den Muslimen den Terrorismus und den Fundamentalismus besiegen können.“

Uwe Schünemann: Handyverbot für islamistische Gefährder.

Minister Schünemann: Terror im Ansatz verhindern

Der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann fordert mehr Polizeipräsenz in „islamisch geprägten Stadtvierteln, um ein klares Signal gegen religiöse Clanstrukturen und Regelsysteme zu setzen". Schünemann, Sprecher der CDU-Länder in der Innenministerkonferenz, sieht darin eine wirksame Maßnahme, um der "gestiegenen Terrorgefahr" bereits im Ansatz zu begegnen. Weiter dringt er auf  ein „Handy- und Computerverbote für islamistische Gefährder" und fordert für diese ein Aufenthaltsverbot in "radikalen Moscheegemeinden oder Problembezirken". Gleichsam setzt sich der CDU-Politiker für "Sicherheitspartnerschaften" zwischen Polizei, Kommunen und Moscheegemeinden" und Aussteigerprogramme für radikalisierte Muslime ein.

Aiman Mazyek beklagt „grassierende Vorurteile“.

Mazyek: Gewalt gegen Muslime nimmt zu

Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland, warnt davor, den Terror einzelner dem Islam anzulasten. Vorurteile grassierten, die Gewalt gegen Muslime nehme zu. Dabei habe der Zentralrat nie einen Zweifel daran gelassen, dass religiös begründeter Terror ein Missbrauch der Religion sei.