DER MODERATOR
Fernsehpastor Jan Dieckmann moderiert Tacheles. Er spricht im Interview über die Integration, bewegende Momente bei Tacheles und der Frage nach welchen Werten wir leben wollen.
Aktuelle Sendung
Wirtschaft und Werte: Kann denn Wachstum Sünde sein?
Marktkirche:
19.6.2012, 19 Uhr
Phoenix:
24.6.2012 13.00 Uhr
24.6.2012 00.00 Uhr
MIT:
> Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Huber, Ehemals Bischof und Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland
> Mario Ohoven,
Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft
> Jutta Sundermann,
Attac Deutschland
> Prof. Dr. Utz Claassen,
Unternehmer
WER TACHELES TRÄGT
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Mitreden
Angst vor Anschlägen: Mit dem Islam gegen den Terror?
Tacheles im TV
tacheles im radio
Pro & Contra
Mit aller Härte gegen den Terror?
PRO: "Wir brauchen eine nationale Anti-Terror-Strategie" meint der niedrsächsische Innenminister Uwe Schünemann (CDU). >mehr dazu
CONTRA: "Muslime nicht unter Generalverdacht stellen" mahnt der Braunschweiger Landesbischof Friedrich Weber. >mehr dazu

Frieden in Israel

„Kommunikation ist das wichtigste Mittel um den anderen zu verstehen“

Emilie Körber glaubt an den Frieden in Israel

Die Medizinstudentin Emilie Körber glaubt an Versöhnung. Ein Jahr lang war sie mit der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste in Israel und leistete ihr Freiwilliges Soziales Jahr in einer Schule für israelische und palästinensische Schüler ab. Eine einzigartige Erfahrung, über die sie bei Tacheles spricht.

Sie sind ein Jahr mit der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste in Israel tätig gewesen. Sie haben mit arabischen und israelischen Kindern gearbeitet. Frau Körber, Sie waren in einer Schule, die sich „Hand in Hand Schule“  nannte. Was ist das Besondere an dieser Schule gewesen?

Körber: Die Schule ist besonders, weil sie jüdische und arabische Kinder gleichermaßen zweisprachig unterrichtet. Sie wurde 1998 gegründet. Mittlerweile gibt es vier dieser Art in Israel. Sie wurde gegründet als bilinguales, multikulturelles Erziehungszentrum. Sozusagen als Schule, in der die Sprachen gleichberechtigt sind und die Kinder von den Sprachen ausgehend das andere Volk kennen lernen.

Wie kommen die Kinder aus den verschiedenen Religionen miteinander klar?

Körber: Meine Erfahrung entspricht natürlich vor allem den Erfahrungen in der ersten Klasse, weil ich dort mitgeholfen habe. Aber die ganze Schule schien mir sehr harmonisch zu sein. Das sind natürlich Eltern, die dahin wollen Aber es ist auch von den Kindern gewollt. Man merkt das richtig. Wie sie miteinander umgehen, dass sie die Sprachen auch lernen wollen, damit sie den anderen besser verstehen, dass sie genauso offen damit umgehen, wenn über Religion geredet wird und über die verschiedenen Feiertage, die alle gleichberechtigt sind.

Wie wird denn über Politik geredet? Wie wird zum Beispiel darüber geredet, dass Israelis den Gaza-Streifen angreifen? Dass auf der anderen Seite Palästinenser Terroranschläge in Israel vollführen. Wie wird über so etwas in der Schule geredet?

Körber: Ich war zur Zeit des Gaza-Krieges in Israel, und das wurde thematisiert. Es war auch nötig, dass alle sich damit auseinandersetzen, dass die Kinder darüber nachdenken. Auch  über ihre Eindrücke, die sie oft von Berichten bekommen haben.

Was war für Sie ihr bewegendster Moment in diesem Jahr in dieser Schule?

Körber: Das waren vor allem die Feiertage. Dadurch, dass die drei Weltreligionen dort vertreten sind, also Juden, Christen und Moslems, werden alle geachtet. Und es gibt diesen besonderen Tag der Erde, ein Gedenktag der Palästinenser, weil sie an diesem Tag Israel verlassen mussten und daran denken, das sie immer noch nicht zurückkehren konnten.

Und das wird gemeinsam gefeiert?

Körber: Es wurde dessen gemeinsam gedacht. Es war so, dass die Lehrerinnen vor der Klasse standen und probiert haben zu vermitteln, was dieser besondere Tag ist. Und es ging eben nicht darum, Vorwürfe zu machen oder die Geschichte mit Schuldzuweisungen zu erklären, sondern einfach nur darum, das Leid und die Trauer des anderen Volkes ein bisschen zu verstehen.

Sie waren jetzt ein Jahr in Israel. Was denken Sie, ist Versöhnung zwischen den verschiedenen Religionen möglich?

Körber: Ja, ganz sicher. Das habe ich dort jeden Tag erfahren, und ich konnte es auch an anderer Stelle in Israel, nicht nur dort an dieser Schule, sehen, dass es ganz klar darum geht, dass Kommunikation das wichtigste Mittel ist, um den anderen zu verstehen und eben nicht die Geschichte immer nur in gerecht oder ungerecht zu teilen, sondern dass man jetzt in der Realität probiert, miteinander in Frieden zu leben.

Dokumentation: Sandra Stadniczuk

> EMILIE KÖRBER IM VIDEO

Eine junge Deutsche in Israel: Versöhnung im Angesicht von Terror (Tacheles auf Phoenix) Emilie Körber wollte etwas bewegen. Sie ging für ein Jahr mit der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste nach Israel. An der Hand-in-Hand-Schule arbeitete sie mit jüdischen, christlichen und muslimischen Kindern zusammen. In der Talkshow Tacheles berichtet sie, warum sie als junge Deutsche in Israel trotz der ständigen Furcht vor Terroranschlägen auf Versöhnung hofft.